Die Written Art Collection ist in ihrem Sammlungsprofil einzigartig. Erstmals widmet die Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne den Werkbeständen aus skripturaler und textbasierter Kunst eine umfassende Sonderausstellung. Rund 60 künstlerische Positionen laden die Besucher:innen in einem Parcours auf 1.200 qm Ausstellungsfläche ein, das Panorama der Written Art zu entdecken und die Wechselbeziehung von Schrift und Bild in all ihren Facetten zu erkunden. Die Auswahl der Werke präsentiert Schrift als künstlerisches Medium und Material von der Mitte des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart.

„Sweeter than Honey. Ein Panorama der Written Art“ eröffnet einen spannungsreichen, gesellschafts-politischen Dialog von Künstler:innen aus einer kulturübergreifenden, globalen Perspektive. Der Ausstellungstitel wurde inspiriert von dem Werk „Knowledge Is Sweeter Than Honey (Arabic)” (2012) aus der Mashrabiya-Serie der ägyptisch-deutschen Künstlerin Susan Hefuna. Honig ist ein fluides, kulturübergreifendes Element und Symbol für die Süße von Erkenntnis und Weisheit. Zugleich steht der Titel auch dafür, dass bittere Worte durch Kunst und Poesie „süßer als Honig“ werden können. Somit verdeutlicht er die poetische Kraft der Kunst, Wissen auf sinnliche Weise zu vermitteln.

Das Phänomen der Schrift im Bild wird im handschriftlichen Ausdruck, in Kalligrafie und Typografie erkundet. Ausgehend vom Informel der 1950er-Jahre über die Konzeptkunst seit den 1960er-Jahren stellen die über 100 präsentierten Werke die Kontinuität der Bedeutung geschriebener Kunst über Generationen und Kulturen bis in die Gegenwart vor. Künstler:innen erfinden fantasievolle Alphabete und abstrakte Zeichensprachen, schreiben Gedichte und Kalendereinträge, zitieren aus Literatur und politischen Dokumenten, übersetzen Gedanken und Gespräche in gesprayte, grafische, gestische oder gestickte Botschaften. Die Performativität des Schreibens wird in materiellen und körperlichen Spuren in der Malerei und Fotografie sowie in raumgreifenden Werken erfahrbar.

„Sweeter than Honey. Ein Panorama der Written Art“ ist die bislang umfassendste Präsentation der Written Art Collection und stellt damit den Höhepunkt der langfristigen Kooperation mit der Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne dar.

Mit Werken von Etel Adnan, Nasrollah Afjei, Maliheh Afnan, Khaled Al-Saai, Mounira Al Solh, Siah Armajani, Younes Baba-Ali, Willi Baumeister, Alighiero Boetti, Peter Brüning, Sophie Calle, Chen Danqing, Claudia Comte, Thierry De Cordier, Mohammad Ehsaei, Golnaz Fathi, Jilali Gharbaoui, Karl Otto Götz, Adolph Gottlieb, Katharina Grosse, Gu Wenda, Shilpa Gupta, Andreas Gursky, Hans Hartung, Susan Hefuna, Hans Hofmann, Jenny Holzer, Rebecca Horn, Yūichi Inoue, Alfredo Jaar, On Kawara, Franz Kline, Glenn Ligon, Nja Mahdaoui, Mark Manders, Brice Marden, André Masson, Hassan Massoudy, Georges Mathieu, Henri Michaux, Joan Mitchell, Shiryū Morita, Farhad Moshiri, Adam Pendleton, Qiu Zhijie, Walid Raad, Ed Ruscha, Kazuo Shiraga, Pierre Soulages, Hiroshi Sugimoto, Rirkrit Tiravanija, Mark Tobey, Lawrence Weiner, Fritz Winter.

Zur Ausstellung „Sweeter than Honey. Ein Panorama der Written Art“ erscheint im Hatje Cantz Verlag eine umfangreiche Publikation in Deutsch und Englisch (200 Seiten, 120 Abbildungen in Farbe, Museumsausgabe: 34 Euro, Buchhandelsausgabe: 44 Euro, ISBN: 978-3-7757-6128-4).

Während der Laufzeit der Ausstellung finden Talks und Performances statt. Darüber wird ein facettenreiches Vermittlungsprogramm angeboten. Im Zuge der regelmäßigen Zusammenarbeit mit dem Staatstheater am Gärtnerplatz, freuen wir uns für die Ausstellung ein weiteres gemeinsames Projekt ankündigen zu dürfen. Im Rahmen der erfolgreichen Reihe „Kunst trifft Kunst“, wird das Gärtnerplatztheater gemeinsam mit der kanadischen Choreografin und Künstlerin Dorotea Saykaly am 20. März 2026 mit einer Tanzperformance in der Pinakothek der Moderne zu Gast sein.


Öffnungszeiten:
Dienstag – Mittwoch: 10:00 – 18:00 Uhr
Donnerstag: 10:00 – 20:00 Uhr
Freitag – Sonntag: 10:00 – 18:00 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: pinakothek-der-moderne.de