Die Staatsgalerie Stuttgart und die Wüstenrot Stiftung präsentieren in THE GÄLLERY neue Arbeiten von Nazanin Hafez (Kunsthochschule Mainz), Kristina Lenz & Alex Simon Klug (Kunsthochschule für Medien Köln), Malte Uchtmann (Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig) und Hannah Wolf (Hochschule der Künste Bremen), die im Rahmen der Dokumentarfotografie Förderpreise 15 entstanden sind.

Die Preisträgerinnen und Preisträger der Dokumentarfotografie Förderpreise setzen sich in unterschiedlicher Weise mit bestehenden Realitäten der Welt auseinander, die die Gesellschaft und das Individuum betreffen. In der 15. Ausgabe des Preises beschäftigen sich die Künstlerinnen und Künstler mit der Gegenwart aus einer medial erweiterten Form. Hierzu zählen Fotografiecollagen und Videoinstallationen, die sich zwischen dokumentarisch-fiktionalen und KI-generierten Bildwelten bewegen.

Nazanin Hafez (*1991) beschäftigt sich in ihrer Arbeit »Spectators«, bestehend aus Papiercollagen und einem Video, mit politisch aufgeladenen Orten im Iran und der Frage, wie sich diese dokumentieren lassen, ohne Gewalt zu zeigen und welche Mitverantwortung die Zuschauenden dabei tragen.

Kristina Lenz (*1992) und Alex Simon Klug (*1991) arbeiten in »your choices should be grounded in reality« mit öffentlich zugänglichen KI-Generatoren, um zu verdeutlichen, welchen Einfluss synthetisch erzeugte Bilder auf unsere Gegenwart haben. Durch ihre künstlerische Herangehensweise dokumentieren sie, wie schnell sich KI-Diffusionsmodelle entwickeln.

In »ANT*HOLOGY: De / Bugging the cultural history of ants« erforscht Malte Uchtmann(*1996) Realitätskonstruktionen durch dokumentarisch-fiktionale Bildstrategien. Mit seiner Zweikanal-Videoarbeit befragt er, wie Systeme von Wissen, Ordnung und Repräsentation unsere Wahrnehmung und unser Verhalten prägen. 

Gegenstand der Zweikanal-Videoinstallation »Die Dialektik dieser Arbeit« von Hannah Wolf(*1985) ist die Rüstungsindustrie in Deutschland. Durch Ansichten der Architekturen dieser Unternehmen macht Wolf darauf aufmerksam, wie diese Teil unseres Alltags sind. Eine Bedrohung ist nicht sichtbar, wird aber in den Bildern von Wolf mitgedacht. 

Seit 1994 wird der Dokumentarfotografie Förderpreis von der Wüstenrot Stiftung in Zusammenarbeit mit der Fotografischen Sammlung des Museum Folkwang an vier künstlerische Positionen vergeben. Für den Preis, der jeweils mit 10.000 Euro dotiert ist, gingen in diesem Jahr 61 Bewerbungen von Absolventinnen und Absolventen deutscher Kunsthochschulen und fotografischer Ausbildungsstätten ein. Es ist die bedeutendste Auszeichnung dieser Art in Deutschland.

Mitglieder der internationalen Jury: 
Karolina Gembara (Künstlerin, Researcher, Aktivistin, Berlin/Warschau)
René Hartmann (Wüstenrot Stiftung, Ludwigsburg), 
Luise Marchand (Künstlerin, Preisträgerin DF13, Berlin), 
Thomas Seelig (Leiter Fotografische Sammlung, Museum Folkwang, Essen), 
Francesco Zanot (Kurator, Mailand).

Begleitmedium: 
Es erscheint ein 80-seitiger Katalog zur Ausstellung, der kostenfrei zur Mitnahme in der Ausstellung ausliegt und von der Website der Wüstenrot Stiftung heruntergeladen werden kann: https://wuestenrot-stiftung.de/dokumentarfotografie-foerderpreise/  

Stationen der Ausstellung: 
In Stuttgart ist die Ausstellung in »THE GÄLLERY – Raum für Fotografie« im Erdgeschoss der Alten Staatsgalerie zu sehen. Dieser besondere Ausstellungsraum widmet sich vornehmlich der Präsentation des umfangreichen Fotobestands der Museumssammlung, der zu weiten Teilen noch nie der Öffentlichkeit gezeigt werden konnte. Kooperationen mit der Fotoszene der Stadt und Region machen »THE GÄLLERY« zu einem lebendigen Schaufenster gegenwärtiger Fotokunst.
Die Ausstellung der Dokumentarfotografie Förderpreise 15 der Wüstenrot Stiftung wurde zuvor im Museum Folkwang Essen gezeigt und wird nach der Station in THE GÄLLERY ab Sommer 2027 im Museum für Photographie Braunschweig präsentiert.