Die Einzelausstellung Noon von Guầný Gumundsdóttir in der Schwartzschen Villa bezieht sich auf Nymphen, die die Künstlerin in den Medien Fotografie, Installation, Keramik und Zeichnung als in ihren drei Daseinsformen aufgreift: Seerosen, Libellen im Entwicklungsstadium und Quellnymphen. Diese Elemente werden mit einem weiteren Thema verbunden, das in der Vergangenheit oft in Gugmundsdóttir's Bildwelt eingeflochten wurde, nämlich die Ästhetik der Schwerindustrie, repräsentiert durch scheinbar unanfechtbare Maschinen und Industriebauten, die jedoch sowohl gegenüber der Sonne als auch dem Universum gar nicht so mächtig sind, wie es beim ersten Anblick erscheint.
Das Vorhaben der von Christine Nippe kuratierten Ausstellung ist es, eine Darstellung einer Art Gesellschaft oder Welt zu geben die sich an dem natürlichen Kreislauf von Wachstum und Verwesung bedient und auch so floriert. Eine Pflanze keimt, wächst und gedeiht bis sie verblüht und mit der Erde eins wird, sinkt in den Erdmantel hinein, entwickelt sich dort zur Öl, das dann mit der Hilfe von leistungsstarken Arbeitsmaschinen ihren Weg zurück an die Erdoberfläche findet und dort die heutige Welt vorantreibt.
In der griechischen Mythologie symbolisieren die Wassernymphen die Natur selbst. Sie sind daher wie sie, weder gut noch böse, können aber den jeweiligen Umständen entsprechend durchaus unbarmherzig sein. Die Ölplottformen der modernen Zeit, umgeben von salzigem Meer könnten heute ebenso ihr Reich sein wie es die Gewässer der Seerosen schon immer waren.
Die Künsflerin dazu: Meine Vermutung ist die, dass die Welt der Nymphen, falls es sie gibf, beim ersten Anblick sowohl als hochkulliviert als auch wunderschön zum Vorschein kommt, dass ober hinter der eleganten Fassode öfters auch Konflikte wie Intrigen und Unterdrückungsmanöver brodeln können bis hin zum regelrechten Kampf um Leben und Tod. Vor allem wenn es um den Reichtum geht der durch die Erdölförderung entsteht.* Diese Themen fieflen in Werke ous Papier, Ton und eine raumgreifende Skulptur ein, inspiriert von foro di Traiono in Rom, eine Art zentraler Vollversammlungsort der Nymphen, an dem getagt und verhandelt wird und on dem Zukunfhpläne geschmiedet werden. Der Titel NOON, der Einzelousstellug von Gudmý Gudmundsdöltir weist ebenfalls darauf: Es handelt sich um die Stunde des Tages, an der alles passieren kann.
Es werden in sehr ästhefischen Arbeiten, die morphologischen Ähnlichkeiten zwischen Olplattformen und Seerosen erforscht, es lun sich Gemeinsamkeiten zwischen dem Größten und dem Kleinsten auf und domil ein leises Frogen zu unserer menschlichen Perspektive.
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