Laurenz Berges’ Interesse galt schon früh besonderen Orten in Deutschland, über die die Geschichte hinweggegangen zu sein scheint: leerstehende Kasernen der Sowjetarmee auf dem Gebiet der früheren DDR oder verlassene Ortschaften im Braunkohlegebiet zwischen Aachen und Köln. Er hat für diese Orte eine eindringliche Bildsprache aus Stille und Licht entwickelt, mit der die Echos des einstigen Lebens eingefangen werden.

Berges hat über die Jahre auch regelmäßig im Ruhrgebiet fotografiert. Aus dieser Beschäftigung sind die Bilder über Duisburg hervorgegangen, denen unsere Ausstellung gewidmet ist. Es geht dabei um jene Stadtteile, die besonders vom industriellen Strukturwandel betroffen sind. Berges zeigt sich hier gebannt von einer Szenerie, die wie die abgewandte Seite unserer Gegenwart wirkt.

Man würde diese Bilder wohl nicht zur Stadtwerbung heranziehen, durch ihr eigentümliches Leuchten aber erhält Duisburg einen Platz auf der internationalen Landkarte der Fotografie.

Zur Ausstellung erscheint das Buch Laurenz Berges. 4100 Duisburg im Verlag Koenig Books, mit Texten von Heinz Liesbrock und Thomas Weski, 168 Seiten, 84 Abbildungen, 320 × 255 mm, Hardcover, Leinen, Preis 48 €.