Das ikonische Bild ist uns als Phänomen wohlbekannt. Zeitungen und Nachrichten-Portale bezeichnen Fotos regelmäßig als „ikonisch“. Wenn ein Foto tatsächlich bekannt wird, dauert es nicht lange, bis Nachrichtenkanäle daraus Profit schlagen, indem sie diese Bekanntheit in weiteren Artikeln thematisieren, die nur dazu dienen, die Reichweite und kulturelle Wirkmacht des Bildes noch zu steigern. Es entstehen eine Echokammer der Bilder und ein Spiegelsaal.

Nur wenige der Milliarden von Bildern auf der Welt sind zu Ikonen geworden. Die Ausstellung Reconsidering Icons zeigt keine ikonischen Bilder und doch ist sie voll davon. Sie führt verschiedene Projekte aus den vergangenen Jahren zusammen, die Strategien der Neugestaltung, Überarbeitung und Neudefinition nutzen. Manche Projekte kehren zurück an den Entstehungsort ikonischer Bilder. Manche rekonstruieren sie. Manche spüren ikonischen Bildern in ihren verschiedenen medialen Erscheinungsformen nach. Manche nutzen neue Technologien wie Virtual Reality und 3D-Modeling, um uns zu Bildern zurückzuführen, die in früheren Epochen der Fotografie entstanden sind.

Unabhängig von dem jeweiligen gezeigten künstlerischen Vorgehen nähert sich Reconsidering Icons dem ikonischen Bild als einer komplexen Form von kulturellem Gemeingut. Diese verlangt nach einer kritischen und philosophischen Betrachtung, aber auch nach einer spielerischen: Wenn ikonische Bilder unsere gemeinschaftliche Vorstellungskraft prägen, sollten wir fantasievoll mit ihnen umgehen.

Künstler*innen: Adam Broomberg & Oliver Chanarin, David Claerbout, Cortis & Sonderegger, Joan Fontcuberta, Max Pinckers & Dries Depoorter, Max Pinckers & Sam Weerdmeester


Über die Biennale für aktuelle Fotografie:
Die Biennale hat sich seit 2005 zu einem der wichtigsten kuratierten Fotoereignisse mit internationaler Strahlkraft in Deutschland etabliert. Sie zeichnet sich durch die Konzepte der zweijährig wechselnden Gastkurator*innen aus, die immer wieder neue Aspekte der zeitgenössischen Fotografie behandeln, im Dialog mit den eingeladenen Künstler*innen, der Metropolregion Rhein-Neckar, den drei Veranstaltungsstädten und den lokalen, nationalen und internationalen Besucher*innen. Beteiligt sind die bedeutendsten Ausstellungshäuser der drei Städte Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen, deren spezifisches Profil jeweils in die Ausstellungskonzeption mit einbezogen wird. Für die Realisierung der Biennale arbeiten Kulturveranstalter und -förderer der ganzen Metropolregion eng zusammen. Die Biennale verbindet die drei Städte und ihre Kulturinstitutionen in einem städteübergreifenden Dialog miteinander und hat für diese Zusammenarbeit bundesweit Modellcharakter erlangt. Zuletzt zählte die Biennale rund 41.000 Besucher*innen.

Ziele und Erfolgsmaßstäbe der Biennale für aktuelle Fotografie:
Ziel der Biennale für aktuelle Fotografie ist es, eine intensive Auseinandersetzung mit dem Medium Fotografie auf allen Ebenen zu erwirken. Ausgehend von der Fotografie werden im Format der Biennale die uns umgebenden technischen Bildmedien zur Diskussion gestellt.
Die Biennale möchte einem breiten Publikum den Blick für Fotografie öffnen und Begeisterung schaffen, gleichzeitig dient die Biennale aber auch als Reflexionsraum für ein Fachpublikum. Ein umfangreiches Rahmenprogramm, 2020 u. a. mit besucherspezifischen Führungs- und Bildungsangeboten, dient zum Erreichen dieses Ziels. Neben Formaten der Nachwuchsförderung und Medienkompetenzbildung verstehen wir gesellschaftliche Teilhabe als Grundpfeiler unseres Unternehmens. Außenraumaktionen festigen die regionale Verankerung und ermöglichen einen niedrigschwelligen Zugang und machen neugierig auf das, was innerhalb der Ausstellungshäuser zu sehen ist. Die Biennale versteht sich unter den Prämissen Öffnung, Vernetzung, Internationalität und Qualität als bedeutsames Forum der so facettenreichen zeitgenössischen Fotografie und will einen unverzichtbaren Beitrag zu deren Präsentation und gesellschaftlich-künstlerischer Verortung leisten.


Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag: 11:00 - 18:00 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: rem-mannheim.de

Jojakim Cortis & Adrian Sonderegger, Making of “Death of a Loyalist Militiaman, Córdoba Front, Spain“ (by Robert Capa, 1936), from the series Icons, 2016
29.02. - 26.04.2020

Biennale für aktuelle Fotografie 2020: Reconsidering Icons

Museum Weltkulturen der Reiss-Engelhorn-Museen

D5
68159 Mannheim