Er war einer der meistbeschäftigten Maler seiner Zeit, wirkte in Österreich, Deutschland, Italien und schuf vor allem Wand- und Deckengemälde sowie großformatige Ölbilder für Kirchen und Paläste. Mit seinen bewegt aufgefassten Arbeiten gilt er als einer der Wegbereiter des Rokoko. Die Rede ist vom lombardischen Künstler Carlo Innocenzo Carlone (1686 – 1775), der seit jüngstem auch mit sechs Arbeiten im Wallraf vertreten ist. Die Dauerleihgaben der Sammlung Dr. med. Joseph und Maria Matzker stellen einereizvolle Ergänzung der hauseigenen Kollektion dar, wie in der Präsentation „CarloCarlone – Ölskizzen aus der Zeit des Rokoko“ zu sehen ist.

Als Kind einer Künstlerfamilie zog es Carlone schon früh zur Malerei. Mit Aufenthalten in Venedig rundete er seine Ausbildung ab und ließ sich 1715 in Wien nieder, wo er sich bald einen Namen machte – in kirchlichen Kreisen ebenso wie beim Adel. Sein guter Ruf drang bis nach Süddeutschland, wo Carlone bedeutende Arbeiten in den Residenzen Ludwigsburg und Ansbach ausführte. Nach intensiven Tätigkeiten in Oberitalien und im nahe gelegenen Tessin kehrte der Künstler von 1747 bis 1750 für einen Großauftrag nach Deutschland zurück: Ausschmückungen im Schloss Augustusburg in Brühl, das zu den ersten bedeutenden Schöpfungen des Rokoko in Deutschland zählt. In seinem Nachlass befanden sich rund 700 Bilder, Bozzetti und Zeichnungen. Vor allem diese Entwürfe und Skizzen führten im späten 20. Jahrhundert zu einer Neubewertung von Carlones Kunst und trugen zu seiner neu erwachenden Berühmtheit bei.