Wann genau ist JETZT? Wann wird Vergangenheit zum JETZT?
Wann beginnt die Zukunft nach dem JETZT?

Arbeiten von: Atsushi Fukunaga (Installation), Renate Herter (Fotografie, Installation), Andreas Kempe (Video, Hinterglasprojektion), Ulrike Kötz, (Performance/Installation), Bärbel Möllmann (Camera obscura/Fotografie), Ulrike Möschel (Installation), Julia Murakami (Fotografie), Daniel Rode (Installation), Andreas Sachsenmaier (Arbeiten auf Papier), Thyra Schmidt (Siebdruck mit Audiocollage), Joachim Seinfeld (Objektkästen), Axel Töpfer/Jo Preußler (Collage und Installation), Rebecca Ann Tess (Fotografie), Klaus Walter (Lichtkasten/Malerei), André Werner (Videoinstallation), Sinta Werner (Fotografie/Objekte) u.a.
Kuratiert von Andreas Sachsenmaier, Joachim Seinfeld, Bärbel Möllmann, Karin Scheel

„Sehnsucht nach dem JETZT“ im Schloss Biesdorf ist erster Teil einer dreiteiligen Ausstellung in Berlin, Dresden und Düsseldorf. Die Ausstellungsreihe kreist um die „Sehnsucht nach dem JETZT“, diesen schwer fassbaren Moment des Gegenwärtigen. Damit das JETZT (be)greifbar werden kann, muss das, was davor und das, was danach liegt, mitgedacht werden. Diese drei Phasen – Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft – sind daher die Schwerpunkte der Ausstellung, wobei jeder Zeit eine kulturelle und gesellschaftspolitische Dimension zugeordnet wird.

Der flüchtige und fragile Moment des JETZT lässt sich am besten im Augenblick des kreativen Schaffensprozesses einfangen. Folgerichtig beschäftigt sich der Berliner Auftakt im Schloss Biesdorf sowohl mit der Gegenwart als auch dem Moment des künstlerischen Schaffens. Siebzehn Künstlerinnen und Künstler stellen sich im Schloss Biesdorf dieser Herausforderung.

Das JETZT,
ebenso wie die Sehnsucht nach demselben, nehmen wir als eine Abfolge von Momenten, die wir in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unterteilen, wahr. Aber was ist Gegenwart, der Moment, Augenblick, das JETZT? Ist es überhaupt zu fassen? Oder ist es nicht bereits verflossen, sobald wir es uns bewusstmachen? Diese Frage und der Umgang damit, scheint für uns Menschen immens wichtig zu sein. Die Sehnsucht nach dem JETZT, ebenso wie das Scheitern daran, wurde und wird sowohl von den großen Religionen als auch der Philosophie behandelt. Die Menschen haben sich etliche Strategien erdacht, um selbstvergessen den Moment, und nur den Moment, zu leben. Der (positive) Moment soll genossen werden, das Ausblenden von Vergangenheit und Zukunft zu größtem Glück führen. Aber kommen wir da überhaupt hin? Zum JETZT?

Das künstlerische Schaffen ist ebenso wie das JETZT immer auch risikobehaftet. „Sehnsucht nach dem Jetzt“ präsentiert daher an allen Orten sowohl bereits fertige Arbeiten als auch direkt vor Ort geschaffene Arbeiten wie etwa Installationen oder Performances, um damit der Unsicherheit des Momentes gerecht werden.

Publikation
Zur Ausstellung erscheint eine Zeitung, die das Spektrum der künstlerischen-visuellen Arbeiten der Ausstellung um das geschriebene Wort und kreative „Anmerkungen“ erweitert. Gegliedert im Stil einer klassischen Tageszeitung in die Rubriken Politik, Feuilleton, Vermischtes, Anzeigen etc. versammelt diese „Eine Zeitung für alle Tage“ sowohl künstlerische Arbeiten als auch wissenschaftliche Beiträge, Gedichte, literarische Texte usw.

Ausblick
Die Düsseldorfer Ausstellung (2021) reflektiert neben der Vergangenheit auch die philosophische Kontemplation, die Ausstellung in Dresden (GEH8 Kunstraum 12.06. – 28.06.2020) verknüpft den politischen Gestaltungswillen mit der Zukunft.