Imke Stolle d´Silva geht psycholgischen Gesetzmäßigkeiten des Menschseins auf den Grund. Ausdrucksstarke Figurationen schicken ihre Betrachter auf eine Reise, ermöglichen ihnen Einblicke in mehr oder weniger vertraute anthropologische Konstanten. Prozesshaft, in Farbe und Form expressiv, werden die Bildsubjets mit der Aussage verknüpft, abwechslungsreich durch kontrastierende Malweisen gestaltet, oft in mehrschichtigem Farbauftrag entwickelt und kompositorisch auf den Punkt gebracht. Es entstehen Menschenbilder von ungewöhnlicher Intensität, die unter der Oberfläche des Alltags Verborgenes sichtbar machen.

In GIFT OF NATURE erscheint die Frau in einer mütterlichen Gestik – sie hält die beiden Fische im Arm – jedoch ist ihre Qual in den entfremdeten Augen deutlich zu sehen. Ebenso die Idee des Suizids oder der Erlösung durch den gelbgrünen Becher. Auch das Wohnzimmer verändert sich zunehmend, der Bodenteppich hat sich zu einer Blumenwiese und die Lampe zu einer strahlenden Sonne verselbstständigt.


Christine Rowland sucht draußen in der Natur nach Formen und spielt mit ihnen, indem sie sie z.B. in die Länge zieht oder verdickt – sie verändert sie in jeder erdenklichen Art und Weise und findet, durch die Wahl des Materials und die Abstraktion der Form, neue Interpretationen.

Für Christine Rowland, die mit sanften Formen und schweren Materialien spielt, ist oft das Gegensätzliche – das vielleicht sogar unvereinbar Scheinende – ein Anreiz und auch Herausforderung zur kreativen Umsetzung.

Mit ihren schweren Materialien wie Stein, Holz und Metall und dem schwerem Arbeitsgerät öffnet sie, mit einer körperlich anspruchsvollen und intensiven Arbeit, Wahrnehmungsräume, die vorher für einen Betrachter kaum zu vermuten gewesen wäre.

Mit Ausdauer und Beharrlichkeit löst sie ihre Ideen und Vorstellungen auch aus ganz widrigem Material, und dabei ist gerade dieser Widerstand, durch den sie sich hindurcharbeitet, für sie wichtig, um die Perspektive, die sich dahinter verbirgt, freilegen zu können.

„Ich versuche dem Schweren das Leichte abzugewinnen“, so die Künstlerin selbst – und ich finde sie tut dies mit ihren Skulpturen in einer solch faszinierend schlichten Schönheit, dass ich mit meinen Gedanken geradezu entlanggleiten möchte – und gerne möchte ich ebenso mit meinen Gefühlen, und auch im wahrsten Sinne des Wortes – mit meinen Händen – begreifen, wie es ist, wenn Gegensätzliches überwunden zu einer harmonischen Form gefunden hat.
(Textauszug von Simone Rentell)


Barbara Niesen, geb. in Issum am Niederrhein nahe der holländischen Grenze, lebt seit 20 Jahren in Nümbrecht im oberbergischen Land. Sie malt und signiert mit Mädchennamen Barbara Timpert. Der bekannte Impressionist Hein Hoppmann entdeckte ihr Talent, er lehrte und förderte sie. Niesen ist Dozentin für meditatives Malen am Europäischen Institut für angewandten Buddhismus in Waldbröl.
Mit einer seltenen Sensibilität für Farben, Flächen und Formen schafft Niesen eine Welt, in der der Betrachter unmittelbar fündig wird – ob dieser nun Freiheit sucht oder Struktur, Harmonie oder inspirierende Spannung.


Vernissage:
Sonntag, 26. April 2020, 14 Uhr
Zur Einführung spricht Malte Sonnenfeld – Neo-Popartkünstler und Fernsehsprecher

Christine Rowland, FEDER, 2014, Buche verstockt und lasiert, 268 x 30 x 5 cm
26.04. - 03.05.2020

Barbara Niesen – Christine Rowland – Imke Stolle d’ Silva: art-genossen

Rosenhang Museum

Ahäuser Weg 8-10
35781 Weilburg