Rankende florale Formen und strenge geometrische Elemente, kontrastreiche Farben, klare und zugleich verspielte Typografie – in den 1920er Jahren vereint das Grafikdesign der Art Déco das scheinbar Gegensätzliche. Ausdrucksstarke Plakate, Illustrationen und Anzeigen spiegeln die schillernden Themen dieser Zeit: Die neue Werbung für Art Bijoux, Haute Couture oder Jazz, Tanz und technische Errungenschaften, nicht zuletzt auch für Kriegs- und Staatsanleihen, entführt in die Illusion einer besseren und schöneren Welt. 

Was anknüpfend an den französischen Jugendstil der Jahrhundertwende seinen Anfang nimmt und zur Pariser Weltausstellung der angewandten Künste 1925 seine Benennung findet, dokumentiert nichts weniger als den gesellschaftlichen Tanz auf dem Vulkan der Zwischenkriegszeit: In kühn gezeichneten Visionen extravaganten Lebens zeigt Frankreich sich nach und vor den dunklen Jahren farbenfroh, progressiv und exaltiert. 

Das Käthe Kollwitz Museum Köln präsentiert in seiner Frühjahrsausstellung mehr als 100 faszinierende, zum Teil großformatige Druckgrafiken aus der Sammlung des Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg.