Die Ausstellung richtet den Blick auf aktuelle Tendenzen der geometrischen Kunst aus Ungarn. In Budapest und auch darüber hinaus hat sich in den letzten zwanzig Jahren ein beeindruckendes Spektrum an spannenden künstlerischen Praktiken entwickelt, die auf einer klaren und reduzierten Formensprache basieren. In vielen künstlerischen Positionen ist der Einfluss des russischen Suprematismus, des Bauhauses und des internationalen Konstruktivismus spürbar. Das Obergeschoss des Museums präsentiert über sechzig Gemälde, Zeichnungen, Fotografien, Objekte und Plastiken von vierzehn Künstlerinnen und Künstlern, die stellvertretend für die Lebendigkeit und Vielfalt der „Szene Ungarn“ sind. Darunter befinden sich sowohl Werke von älteren Generationen – den sogenannten Neo-Avantgarden der Sechzigerjahre – als auch von jüngeren und aufstrebenden Künstlerinnen und Künstlern.

Die zeitgenössische geometrische Kunst aus Ungarn kann sich auf bedeutende Vorläufer aus dem 20. Jahrhundert berufen. Ungarische Avantgardisten wie zum Beispiel der Bauhaus- Lehrer László Moholy-Nagy sowie der Dichter, Publizist und Maler Lajos Kassák haben mit ihren experimentellen Schöpfungen die internationale Bewegung des Konstruktivismus entscheidend mitgeprägt. Ihre Arbeiten und Ideen stellen vor allem für die jüngeren Künstler der Ausstellung wichtige Anknüpfungspunkte dar. Eine weitere Phase der künstlerischen Neuerungen setzte in Ungarn in den Sechzigerjahren ein, als eine junge, progressive Generation sich der Farbfeldmalerei zuwandte oder ihre Werke nach konzeptionellen Vorgehensweisen schuf. Einige der wichtigsten Protagonisten von damals, Dóra Maurer, Imre Bak und István Nádler, sind in der Schau mit ihren neuesten Arbeiten vertreten.

Ausstellungsbeteiligte:
Imre Bak, Levente Bálványos, László Zsolt Bordos, Árpád Forgó, Tibor Gáyor, István Haász, Tamás Kaszás, Károly Keserü, Ádám Kokesch, Dóra Maurer, István Nádler, Eszter Poroszlai, Anikó Robitz, Kamilla Szíj