Der Neue Kunstverein Gießen lädt herzlich zur Eröffnung der Ausstellung „Klingelstreich“ von Jonas Fahrenberger ein. Die Ausstellung zeigt neue Arbeiten des Künstlers, die in autobiografischen Beobachtungen wurzeln und zugleich politische Frühmomente, jugendlichen Protest und die Frage nach der Formbarkeit gesellschaftlicher Haltung thematisieren. 

In einer kleinen Straße steht ein großes Haus, umringt von Büschen, die den Blick auf den Eingang fast vollständig verschlucken. Auf dem täglichen Weg zur Schule wurde es zum Ausgangspunkt einer Mischung aus Unbehagen und Faszination. Ein Haus, das unscheinbar wirkt und doch zu viel verrät; ein Ort, an dem sich jugendliche Wut, politische Ahnung und kindlicher Aktionismus überkreuzten. Zwischen Naivität, Übermut und dem Wunsch, etwas bewirken zu können, verdichtete sich der Protest häufig zu einem schnellen Klingelstreich – ein flüchtiges, kaum wirksames Aufbegehren, das rückblickend weniger den Bewohnern des Hauses galt als der eigenen Suche nach politischer Haltung. Es war ein erster tastender Versuch, an der Oberfläche gesellschaftlicher Wirklichkeit zu kratzen. Die Ausstellung lädt dazu ein, gedanklich in das Gießen der späten Nullerjahre zurückzukehren, in eine Zeit jugendlicher Rebellion und früher Politisierung – und sich gemeinsam mit dem Künstler fünf Minuten zu spät im Klassenraum wiederzufinden. 

Jonas Fahrenberger (*1995 in Gießen) schloss 2023 sein Studium an der Hochschule für Gestaltung Offenbach ab. Er lebt und arbeitet in Leipzig. Seine Arbeiten wurden bereits in Einzel- und Gruppenausstellungen in München, Berlin, Leipzig, Darmstadt, Rom sowie auf der Art Cologne präsentiert.  

Postkarte Gießen - Pressebild
14.02. - 18.04.2026

Jonas Fahrenberger: Klingelstreich

Neuer Kunstverein Gießen

Ecke Licher Str./Nahrungsberg
35353 Gießen