In einer unverwechselbaren Bildsprache dokumentieren Yalda Afsahs Filme lokalspezifische Bräuche als soziale Spektakel. Ihr ruhiger, fokussierter Blick – aus der Ferne kommend, aber immer hautnah an ihren Subjekten – eröffnet nicht nur intime Einblicke in eigentümliche kulturelle Mikrokosmen, sondern wirft auch ein Schlaglicht auf das Verhalten des Individuums innerhalb größerer Gefüge. Vor ihrer Kamera treten vermeintlich archaische menschliche Wesenszüge hervor: Zärtlichkeit, Verletzlichkeit und Begehren ebenso auf wie Dominanz, Macht und Gewalt. Mit feinem Gespür für Widersprüchlichkeiten und Ambivalenzen zeigt sie patriarchal geprägte Stereotype und lässt diese zugleich als Konstruktion erkennbar werden. Im Kunsthaus präsentiert sie eine neue Arbeit, die sich mit einer traditionellen Feuerwerkszeremonie in Taiwan beschäftigt.