Präsentiert werden rund 320 Stücke von 27 Keramikerinnen und Keramikern von fünf Kontinenten. Diese Arbeiten stehen für eine Auswahl herausragender Schenkungen der vergangenen Jahre, über die sich das Museum freuen konnte. GEFÄSS I SKULPTUR 4 zeichnet die künstlerischen Entwicklungen seit 1946 bis in die jüngste Gegenwart nach und lässt die keramischen Arbeiten, ihre Formenkraft und Glasurschönheit in ästhetische Zwiesprachen treten – immer wieder das Verhältnis von zweckgebundenem Gefäß und autonomer Skulptur auslotend.
Der künstlerischen Studiokeramik hat das GRASSI Museum für Angewandte Kunst bereits drei große und vielbeachtete Ausstellungen gewidmet. Sie zählt zu den stark gewachsenen und international hochkarätig besetzten Sammlungsbereichen des Museums. Die Schau GEFÄSS I SKULPTUR 4 versteht sich als ein Destillat dieses umfangreichen Sammlungsbestandes. Er besteht neben einer überaus großen Anzahl hochwertiger Schenkungen aus Privatsammlungen insbesondere auch aus Erwerbungen des Museums von den jährlich stattfindenden hauseigenen Grassimessen.
Zur Ausstellung
Gefäße und Skulpturen stehen sich buchstäblich gegenüber – jedoch nicht als Gegensätze, sondern in einem wechselseitigen Dialog. Durch die chronologische Betrachtung wird deutlich, dass sich die moderne Studiokeramik zunehmend ihrer bloßen Nutzbarkeit entzieht und mit der skulpturalen Eigenständigkeit experimentiert, ohne das Thema „Gefäß“ aus dem Auge zu verlieren.
Die Ausstellung spannt den Bogen von Gefäßen der Nachkriegszeit bis hin zu aktuellen Stücken. Sie vereint künstlerische Positionen aus fünf Kontinenten und zwanzig Ländern und zeigt renommierte Vertreterinnen und Vertreter der internationalen Keramikszene wie Lucie Rie, Hans Coper oder Bernard Leach. Den Startpunkt der Ausstellung bilden Gefäße der späten 1940er bis 1960er Jahre – etwa von Richard Bampi, Jan Bontjes van Beek, Albrecht Hohlt, Otto Meier oder Rolf Overberg. Sie sind noch dem tradierten Auftrag verpflichtet, in denen sich jedoch bereits ein skulpturaler Gestaltungswille abzeichnet. Es folgen keramische Plastiken der 1970er und 1980er Jahre wie die von Beate Kuhn, Ernst Häusermann, Robert Sturm und Carmen Dionyse. Der Bogen endet letztlich bei Gefäßen von Martin Schlotz, der mit blasigen Glasuren eine besondere plastische Qualität erzielt, oder bei Johannes Nagel und Elke Sada, die sich jeweils auf unterschiedliche Weise dem Gefäß als skulpturalem Objekt nähern.
Ein zentrales Augenmerk der Schau liegt auf Keramik der Region - mit Stücken unter anderem von Ute Brade, Walter Gebauer, Gertraud Möhwald oder Sybille Abel-Kremer, Rosi Steinbach, Elke Sada und Johannes Nagel. Diese Arbeiten werden bewusst in einen gesamtdeutschen und internationalen Kontext gestellt.
Privatsammlungen
Von besonderer Bedeutung ist die kontinuierliche Unterstützung durch Privatsammlungen. Engagierte und international vernetzte Sammlerinnen und Sammler, die als zentrale Akteure der Keramikszene und Multiplikatoren agieren, haben wesentlich zur Qualität der Sammlung beigetragen.
Besonders hervorzuheben sind hier Erwerbungen und Schenkungen der letzten Jahre aus den Sammlungen Heinz-Peter Adams, Eduard Budelman, Dr. Gisela Freudenberg, Herta und Hansjörg Koch, Christa und Ulrich Philippi, Solveig und Klaus Schmidt, Dr. Detlev Siemssen und Werner Filz-Siemssen, Lotte Reimers, Petra Verberne, Dr. Ingrid und Wilfried Vetter und vielen anderen.
Begleitend zur Ausstellung
Einblicke in den Werkprozess von Beate Kuhn, Filmdokumente und Arbeiten auf Papier von Keramikerinnen und Keramikern ergänzen die Ausstellung. Gerade letztere beweisen die Ganzheitlichkeit künstlerischen Vermögens im keramischen Metier.
GEFÄSS/ SKULPTUR 4 wird von einem reichen Veranstaltungsprogramm begleitet, darunter Führungen mit Keramikerinnen und Keramikern wie Sybille Abel-Kremer, Franziska M. Köllner, Lutz Könecke, Johannes Nagel, Elke Sada und Rosi Steinbach.
Öffnungszeiten:
Dienstag: 10:00 – 18:00 Uhr
Mittwoch: 10:00 – 20:00 Uhr
Donnerstag – Sonntag: 10:00 – 18:00 Uhr
Montag: geschlossen
Weitere Informationen direkt unter: grassimak.de