Anlässlich des 125. Geburtstages des Neunkircher Malers Walter Bernstein (1901–1981) zeigt die Städtische Galerie Neunkirchen in Kooperation mit der Förderstiftung Walter Bernstein eine umfassende Jubiläumsausstellung. In den Blick genommen wird die Darstellung industrieller Landschafts- und Arbeitswelten, bei der Walter Bernstein im Saarland eine bedeutende Stellung einnimmt.

Bernsteins Bilder, geprägt von präziser Beobachtung, atmosphärischer Dichte und einem tiefen Verständnis für die Ästhetik des industriellen Zeitalters, zeigen Fabrikhallen, Maschinenparks, Förderanlagen und architektonische Strukturen in einem neuen, mitunter poetischen Licht. Dabei verbindet der Künstler technische Detailtreue mit einem feinen Gespür für Komposition und Farbwirkung. Immer wieder tritt auch der Mensch in den Mittelpunkt seiner Arbeiten. Zugleich einfühlsam und typisiert stellt er Bergleute und Hüttenarbeiter dar: gemeinsam bei der schweren Arbeit oder in Großaufnahme mit Portrait-Charakter.

Die Ausstellung umfasst Gemälde, Zeichnungen und grafische Arbeiten aus verschiedenen Schaffensphasen. Sie verdeutlichen Bernsteins kontinuierliche Auseinandersetzung mit industriellen Themen – von seinen frühen Darstellungen bis hin zu seinen späteren, expressiven Kompositionen. Die Werke spiegeln nicht nur die mechanische Kraft und Strenge industrieller Produktion, sondern auch eine inhärente, menschliche Präsenz, die in vielen dieser Arbeiten subtil mitschwingt. Flankiert und eingeordnet werden Bernsteins Arbeiten von weiteren Industriebildern bedeutsamer saarländischer Malerinnen und Maler wie Otto Weil, Mia Münster oder Dietmar Gross sowie wichtigen fotografischen und filmischen Zeitzeugnissen.


Walter Bernstein (1901–1981), geboren in Neunkirchen/Saar, 

Walter Bernstein zählt zu den bedeutendsten saarländischen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Während einer handwerklichen Ausbildung und Studien in Nürnberg sowie an den Staatlichen Kunstschulen in Berlin entwickelte er seine charakteristische Bildsprache. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft ließ er sich in Schiffweiler nieder, wo er ein umfangreiches Werk schuf, das Malerei, Grafik und Wandgestaltungen umfasst. Bernstein blieb bis ins hohe Alter künstlerisch aktiv und hinterließ ein Œuvre von über 4.000 Arbeiten.