Aufgrund der langen Corona-bedingten Schließung der drei kooperierenden Häuser im vergangenen Jahr wird das KooperationsprojektArtentreffen, das die Koexistenz von Mensch und Tier aus jeweils Institutionsspezifischer Perspektive beleuchtet, nun wiederaufgenommen. Der Nassauische Kunstverein Wiesbaden macht den Auftakt und richtet vom 19. August bis 10. Oktober 2021 in der international besetzten Gruppenausstellung Alles im Wunderland seinen Blick geradewegs auf die für den Menschen eher unliebsamen Tiere.

Das ambivalente Verhältnis des Menschen zur Natur wird besonders an seinem Umgang mit jenen Tieren deutlich, die er als lästig, schädlich, ekelhaft oder unliebsam empfindet. Genau diese Tiere stellt der Nassauische Kunstverein Wiesbaden in der international besetzten Gruppenausstellung Alles im Wunderland in den Fokus. Dabei wird die Trennung zwischen den menschengeschaffenen Kategorien „Tier“ und „Mensch“ hinterfragt und anstatt eine dichotome Abgrenzung zu forcieren, verzaubern die Werke durch Metamorphose, Rollentausch, Größenverschiebung, Materialität, Formschönheit, Technik oder Witz. Vom 19. August bis 10. Oktober 2021 wird die Ausstellung, die im letzten Jahr pandemiebedingt größtenteils geschlossen war, wiederaufgenommen – eine Weltpremiere im Ausstellungswesen und für Besucher:innen die Chance, die vielseitigen Arbeiten doch noch zu erleben.

Die Ausstellung ist Teil des Kooperationsprojekts Artentreffen entlang der S-Bahnlinie 8 mit der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim und dem Deutschen Ledermuseum in Offenbach am Main. Im Zuge der Wiederaufnahme wurde die Laufzeit der Ausstellung tierisch schön? im Deutschen Ledermuseum bis zum 16. Januar 2022 verlängert. Die Ausstellung Kunst für Tiere. Ein Perspektivwechsel für Menschen wird vom 24. Oktober 2021 bis 6. Februar 2022 in den Opelvillen Rüsselsheim zu sehen sein. Bereits ab dem 22. August 2021 ist im Außenbereich der Opelvillen die Soundinstallation Der Wolf in uns der international renommierten Künstlerin VALIE EXPORT zu sehen und hören.

Der Fokus der international besetzten Gruppenausstellung liegt auf den Tieren, denen im Alltag die Systemrelevanz abgesprochen wird und die in der menschgemachten Hierarchie sogar als „verzichtbar“ empfunden werden. Alles im Wunderland eröffnet eine gänzlich andere Welt – ganz ohne weißes Kaninchen oder rote Pillen!