Der in Berlin geborene Künstler P.-A. Fritze, dessen Wahlheimat seit 1983 die Stadt Köln ist, studierte an der Hochschule der Künste in Berlin. Seine anfänglichen Bereiche waren Modegestaltung und Bühnenkostüm.

Erfolgreicher Bekleidungs- und Modegestalter in der Industrie. Er arbeitet heute als Maler, Kostümentwerfer und Illustrator. Ferner: Seit 1982 Professur und Lehraufträge für das Fach Figürliches Zeichnen und Design an der Hochschule Niederrhein.

Das verwendete Collagen-Material bei P.-A. Fritze ist – anknüpfend an die Bedingungen der ARTE-POVERA – ausgesprochen spärlich und erfüllt das materiell Unbedeutende, da es ein schlichter Weckwerfartikel ist. Ein „gewöhnliches“ Zeitungspapier ist das Grundmaterial für die Gestaltung von Collagen. Es handelt sich hierbei um eine strenge Auswahl von Zeitungsphotos der damaligen aktuellen Tagespresse. So ist die Verwendung dieses schlichten Materials dadurch gerechtfertigt, da es meist üblich am nächsten Tag schnell entsorgt wird.

Das Bildmaterial in den damaligen Tageszeitungen bestand, wie wir uns erinnern, zum größten Teil noch aus Schwarz/weiß/Fotografien mit den entsprechenden Grauabstufungen. So lieferten die Fotografien der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG dem Künstler das Rohmaterial für seine Collagen. Durch wohl durchdachte Mischungen von Ausschnitten und überraschenden Zuordnungen entstehen ganz neue Bilder. Durch diese subtile Verfremdungen der ursprünglichen Fotos entstehen unvorhersehbare „neue Realitäten“ mit überraschenden Paradoxien und narrativen Aussagen. Einige Beispiele sind mit Tusche und Deckfarben bearbeitet oder ganzflächig monochrom laviert um das Atmosphärische zu steigern.